Archive for September, 2009

Das japanische Schulsystem

Donnerstag, September 24th, 2009

In Japan verläuft die Schullaufbahn etwas anders, als in Deutschland. In jeder Schule sind die berühmten Uniformen ein Muss und fast jeder Schüler ist Mitglied in einem schulinternen Club, der von Schülern geleitet und von jeweils einem Lehrer beaufsichtig wird – sei es Sport, Musik oder traditionelle Kultur.

Wo bei uns das Schuljahr immer im September beginnt, geht die Schule in Japan immer im April los. Und das obwohl sie auch 6 Wochen Sommerferien haben. Auch anders als bei uns ist, dass Landesweit die Schulferien immer zur gleichen Zeit sind. Sitzenbleiben gibt es auch nicht, jeder wird jedes Jahr in die nächste Klasse versetzt. Allerdings müssen Schüler mit schlechten Noten die Sommerschule besuchen, in der wichtiger Unterrichtsstoff noch einmal wiederholt wird. Viele japanische Schüler gehen nach dem regulären Unterricht noch in eine Paukschule, um den Unterrichtsstoff besser bewältigen zu können und sich frühzeitig auf die Aufnahmeprüfungen der Universitäten vorzubereiten.

Der größte Unterschied ist wohl das so genannte 6-3-3-4 System. Das bedeutet, dass ein Schüler 6 Jahre lang auf die Grundschule geht, 3 Jahre lang jeweils auf die Mittel- und Oberschule geht und dann als Student 4 Jahre die Universität besucht.

Daifuku

Donnerstag, September 24th, 2009

Etwa handflächengroße, weiche Bällchen, die im Mund kleben bleiben: Daifuku sind neben Grün-Tee-Eis die wohl bekannteste japanische Süßspeise!  Außerhalb Japans kann man sie in jedem japanischen Restaurant und jedem Asia-Laden finden. In Japan gibt es sie überall.

Die aus Mochi (Klebreismehl) und Anko (rote Bohnenpaste) bestehenden Küchlein sind in den verschiedensten Geschmacksrichtungen zu finden. Unter anderen sehr beliebte Geschmacksrichtungen sind Ichigo (Erdbeere), tatsächlich neben Anko auch mit einer Erdbeere gefüllt, und Macha (grüner Pulvertee), wobei hier das Mochi mit grünem Tee angereichert wird.

Streift man durch die Straßen von Kyoto findet man einen edlen Süßwarenladen neben dem Anderen. Unter ihren in Schaukästen ausgestellten farbenfrohen und traditionellen Süßwaren finden sich Daifuku in diversen Farben, pink für Kirsch- und Erdbeer-Daifuku, lila für Pflaumen-Daifuku, grün für Grün-Tee-Daifuku und viele mehr.

Wer noch nie ein Daifuku gegessen hat, dem rate ich: Obwohl einen beim ersten Reinbeißen die seltsame Konsistenz des Klebreismehls etwas komisch vorkommt, schmecken sie doch köstlich und sollten unbedingt probiert werden!

Donnerstag, September 24th, 2009

Nô, oft auch Noh geschrieben, ist eine traditionelle Theaterform, die in Japan im 14. Jahrhundert entstand. Darsteller sind ausschließlich Männer, die sowohl die männlichen, als auch die weiblichen Rollen spielen. Ein wichtiges Element im Nô-Theater sind die Masken, die von den Darstellern getragen werden. Auf diese Weise drücken sie Emotionen und das Geschehen nicht wie im westlichen Theater mit dem Gesicht, sondern mit ihrem Körper aus.

Die Theaterform des Nô ist sehr von Traditionen geprägt, Darstellungsarten sind fest vorgeschrieben und es erlaubt kaum Spielraum für Interpretation. Es wird meist nur ein bestimmtes Repertoire von Stücken aufgeführt, deren Darstellungsart sich seit dem 14. Jh. nicht verändert hat. Ein guter Nô-Darsteller beherrscht diese alten Formen und Bewegungen.

Auf der Bühne anwesend sind die Darsteller, ein Chor von meist 6 bis 8 Männern, die die Geschichte erzählen, und ein Orchester bestehend aus Flöten und drei Arten von Trommeln. Eine Nô-Aufführung dauert meist den ganzen Tag und setzt sich aus 5 Stücken zusammen. Da Nô-Stücke aber meist tragische Geschichten sind und die strenge Form und die Länge der Stücke für den Zuschauer mit der Zeit anstrengend werden, gibt es lustige, erheiternde Zwischenspiele, sogenannte „Kyôgen“, die von anderen Darstellern gespielt werden.

Für Japan ist Nô ein Ausdruck langer Tradition und wird als besonderes Kulturgut hochgeschätzt.