Karaoke
In Deutschland kennt man Karaoke vor allem aus sogenannten „Karaoke Bars“: Kneipen, in denen auf einer Bühne eine Karaoke-Maschine steht und jemand vor allen Anwesenden, Freunden genauso wie Unbekannten, zu mittelmäßiger instrumentaler Hintergrundmusik Schlager singt und dabei den Text von einem kleinen Fernseher abliest. In Japan, das Land, dem wir diese wunderbare Erfindung verdanken, sieht Karaoke-Singen ganz anders aus:
Man trifft sich mit ein paar Freunden oder verabredet sich zu einem Date und mietet für einen Stundenpreis einen kleinen Raum, „Karaoke-Box“, der mit Sofas, Couchtischen, einem riesigen Fernseher (für den Text und das zum Lied gehörende Musikvideo) und einer digitalen high-tech Karaoke-Maschine ausgestattet ist. In dieser intimen Atmosphäre kann jeder ausgelassen singen, es hört ja außer den Freunden keiner!
Statt der vielleicht 1000 Lieder, die in Deutschland auf Karaoke-Maschinen zu finden sind, gibt es auf japanischen Maschinen weitaus mehr. Um einen guten Song zu finden, blättert man in einem der Kataloge, die jeweils so dick sind wie 2 Telefonbücher zusammen, in denen sowohl japanische, als auch internationale Künstler und ihre Lieder aufgeführt werden.
Für alle, die es noch nicht wussten: Der Begriff „Karaoke“ setzt sich aus zwei Wörtern zusammen, nämlich dem japanischen Wort „kara“, welches auf Deutsch „leer“ bedeutet, und einer Abkürzung des englischen Worts „orchestra“ (auf Japanisch ôkesutora ausgesprochen). Der Erfinder der ersten Karaoke-Maschine von 1971 heißt Daisuke Inoue und erhielt im Jahr 2004 für seine Erfindung den Friedens-Ig-Nobelpreis.