Hokkaidokürbis

Oktober 1st, 2009


In der Herbstsaison ist der Hokkaidokürbis wegen seiner leichten Zubereitung besonders beliebt. Die besten Kürbissuppen sind aus diesem Kürbis gekocht, aber er kann auch roh gegessen und zum Beispiel als Snack für Dipps verwendet werden.

 Hokkaidô ist die nördlichste Insel Japans, liegt schon fast im sibirischen Klima und grenzt an die russischen Sachalin Inseln. Da fragt man sich doch, ob da tatsächlich irgendein Gemüse angepflanzt, geschweige denn gedeihen kann.

Tatsache ist, dass der Hokkaidokürbis in Japan kein einheimisches Gewächs ist, sondern erst im späten 19. Jahrhundert aus den USA nach Hokkaidô gebracht wurde. Damals hieß der Kürbis noch Hubbard und schmeckte nicht besonders gut. Er wurde nach Hokkaidô gebracht, um ihn dort zu einer neuen Sorte zu züchten. Das Endergebnis lässt sich sehen: Der Hokkaidokürbis hat einen angenehmen, nussigen Geschmack und eine dünne Schale, die beim Kochen weich wird und ebenfalls gegessen werden kann.

Seit dem späten 20. Jahrhundert wird dieser Kürbis auch in Europa angebaut. Den Namen hat er also, da er auf der japanischen Insel zu einer schmackhaften, praktischen Variante herangewachsen ist.

Das japanische Schulsystem

September 24th, 2009


In Japan verläuft die Schullaufbahn etwas anders, als in Deutschland. In jeder Schule sind die berühmten Uniformen ein Muss und fast jeder Schüler ist Mitglied in einem schulinternen Club, der von Schülern geleitet und von jeweils einem Lehrer beaufsichtig wird – sei es Sport, Musik oder traditionelle Kultur.

Wo bei uns das Schuljahr immer im September beginnt, geht die Schule in Japan immer im April los. Und das obwohl sie auch 6 Wochen Sommerferien haben. Auch anders als bei uns ist, dass Landesweit die Schulferien immer zur gleichen Zeit sind. Sitzenbleiben gibt es auch nicht, jeder wird jedes Jahr in die nächste Klasse versetzt. Allerdings müssen Schüler mit schlechten Noten die Sommerschule besuchen, in der wichtiger Unterrichtsstoff noch einmal wiederholt wird. Viele japanische Schüler gehen nach dem regulären Unterricht noch in eine Paukschule, um den Unterrichtsstoff besser bewältigen zu können und sich frühzeitig auf die Aufnahmeprüfungen der Universitäten vorzubereiten.

Der größte Unterschied ist wohl das so genannte 6-3-3-4 System. Das bedeutet, dass ein Schüler 6 Jahre lang auf die Grundschule geht, 3 Jahre lang jeweils auf die Mittel- und Oberschule geht und dann als Student 4 Jahre die Universität besucht.

Daifuku

September 24th, 2009


Etwa handflächengroße, weiche Bällchen, die im Mund kleben bleiben: Daifuku sind neben Grün-Tee-Eis die wohl bekannteste japanische Süßspeise!  Außerhalb Japans kann man sie in jedem japanischen Restaurant und jedem Asia-Laden finden. In Japan gibt es sie überall.

Die aus Mochi (Klebreismehl) und Anko (rote Bohnenpaste) bestehenden Küchlein sind in den verschiedensten Geschmacksrichtungen zu finden. Unter anderen sehr beliebte Geschmacksrichtungen sind Ichigo (Erdbeere), tatsächlich neben Anko auch mit einer Erdbeere gefüllt, und Macha (grüner Pulvertee), wobei hier das Mochi mit grünem Tee angereichert wird.

Streift man durch die Straßen von Kyoto findet man einen edlen Süßwarenladen neben dem Anderen. Unter ihren in Schaukästen ausgestellten farbenfrohen und traditionellen Süßwaren finden sich Daifuku in diversen Farben, pink für Kirsch- und Erdbeer-Daifuku, lila für Pflaumen-Daifuku, grün für Grün-Tee-Daifuku und viele mehr.

Wer noch nie ein Daifuku gegessen hat, dem rate ich: Obwohl einen beim ersten Reinbeißen die seltsame Konsistenz des Klebreismehls etwas komisch vorkommt, schmecken sie doch köstlich und sollten unbedingt probiert werden!

September 24th, 2009

Nô, oft auch Noh geschrieben, ist eine traditionelle Theaterform, die in Japan im 14. Jahrhundert entstand. Darsteller sind ausschließlich Männer, die sowohl die männlichen, als auch die weiblichen Rollen spielen. Ein wichtiges Element im Nô-Theater sind die Masken, die von den Darstellern getragen werden. Auf diese Weise drücken sie Emotionen und das Geschehen nicht wie im westlichen Theater mit dem Gesicht, sondern mit ihrem Körper aus.

Die Theaterform des Nô ist sehr von Traditionen geprägt, Darstellungsarten sind fest vorgeschrieben und es erlaubt kaum Spielraum für Interpretation. Es wird meist nur ein bestimmtes Repertoire von Stücken aufgeführt, deren Darstellungsart sich seit dem 14. Jh. nicht verändert hat. Ein guter Nô-Darsteller beherrscht diese alten Formen und Bewegungen.

Auf der Bühne anwesend sind die Darsteller, ein Chor von meist 6 bis 8 Männern, die die Geschichte erzählen, und ein Orchester bestehend aus Flöten und drei Arten von Trommeln. Eine Nô-Aufführung dauert meist den ganzen Tag und setzt sich aus 5 Stücken zusammen. Da Nô-Stücke aber meist tragische Geschichten sind und die strenge Form und die Länge der Stücke für den Zuschauer mit der Zeit anstrengend werden, gibt es lustige, erheiternde Zwischenspiele, sogenannte „Kyôgen“, die von anderen Darstellern gespielt werden.

Für Japan ist Nô ein Ausdruck langer Tradition und wird als besonderes Kulturgut hochgeschätzt.

Japanische Mode

Juli 9th, 2009


Tokyo ist neben London, Paris und New York die größte Modemetropole der Welt. Designer in Japan werden generell zur Avantgarde der Modewelt gezählt. Manche Japanische Designs sind aber so ausgefallen und verrückt, dass sie in Deutschland gar nicht erst auf den Markt kommen. Auch richtig außergewöhnliche internationale Designer, wie Vivian Westwood, kommen in Japan besser an, also sonst wo auf der Welt.

Außerdem ist in Japan Mode nicht nur etwas für Frauen, Männer sind dort genauso modebewusst. So wurde zum Beispiel von dem berühmten Modeturm „109“, der im Stadtteil Shibuya in Tokyo steht und Frauen auf 10 Stockwerken feinste japanische Mode bietet, eine 9-stöckige Kopie für Männer geschaffen, die sich „109-2“ nennt. Weitere bekannte Modehäuser sind das im Stadtteil Harajuku gelegene „Laforet“ und das in Shibuya und Shinjuku gelegene „Marui“.

In Japan kommen ständig neue Trends auf, manche halten sich lange, manche sterben schnell wieder aus. Zum Beispiel war der „Ganguro“-Stil bei jungen Frauen in den Neunzigerjahren sehr beliebt, ist aber heutzutage kaum noch zu sehen. Momentan in Mode ist der klassische, saubere Look mit hochgeschlossenen Blusen und einfachen, dunklen Röcken, der  Gothic Lolita Stil mit reizvollen, ausladenden Dienstmädchenkleidern und vielen Accessoires und der „Gyaru“-Stil (aus dem Englischen „Gal“) mit langen, blonden, groß gelockten Haaren, Jeans-Miniröcken, Kniesocken und bunten, bedruckten T-Shirts. Natürlich gehört in Japan zu jedem Outfit ein Paar High-Heels, um sich optisch größer zu machen.

Ein Besuch in einem japanischen Modehaus lohnt sich, allein um die gestylten Kunden und Kundinnen zu bewundern!

Onsen

Juli 2nd, 2009


Was gibt es Schöneres  als ein heißes Bad, um den Geist zu beleben und sich wieder so richtig wohl zu fühlen! In Japan ist das eine wohl bekannte Tatsache. Es gibt dort viele natürliche heiße Quellen, auf Japanisch „Onsen“, die beliebte Kurorte für gestresste Menschen sind, an denen sie sich von den Anstrengungen des modernen Lebens erholen können.

Die Onsen liefern besonders heißes, mit Schwefel angereichertes Wasser für Badehäuser, deren Becken im Inneren, aber auch oft im Freien liegen. Besondere Badehäuser, die außerordentlich auf das Wohl ihrer Gäste bedacht sind, gliedern diese Becken direkt in die umliegende Umgebung ein und statten manche auch mit kleinen Wasserfällen, die einem den Rücken massieren, und anderen kleinen Spielereien aus. So kann man sich mitten in der bergigen Natur Japans entspannen und für ein paar Tage den Alltagsstress vergessen und Seinem Körper etwas Gutes tun.

An Orten, an denen es Onsen gibt, wurden auch viele traditionelle Gasthäuser, sogenannte „Ryokan“, erbaut. Dort heißt es „back to he basics“, die meisten Gäste tragen Yukata, leichte Kimono, und es gibt gesundes, leckeres Essen.

Wer mal nach Japan kommt, sollte sich die Chance, ein Onsen zu besuchen, auf keinen Fall entgehen lassen!

Sakura – die Kirschblüte

April 9th, 2009



Die Kirschblüte ist eines der bedeutendsten Symbole japanischer Kultur und heißt auf Japanisch Sakura. Sie hat viele Bedeutungen, aber ihre wohl bekannteste ist die Vergänglichkeit. Desweiteren werden der Kirschblüte Schönheit und Neuanfang zugeschrieben. Außerdem ist sie das offizielle Symbol für Tôkyô.

Von Ende März auf der südlichen Insel Kyûshû bis Anfang Mai auf der nördlichsten Insel Hokkaido ist in Japan die Zeit der Sakura. Sie repräsentiert den Frühlingsanfang und bringt warmes Wetter. In dieser Zeit wird sogar in der Wettervorhersage darüber informiert, wo im Moment die Kirschblüten blühen.

Sowohl in den Städten als auch auf dem Land wird die Kirschblüte groß gefeiert. Etwa zehn Tage lang steht sie in jeder Gegend in Blüte und während dieser Zeit findet das berühmte Hanami – die Blütenschau – statt. Freunde, Kollegen und Familien treffen sich, um in Parks auf großen Planen gemeinsam zu essen, Bier und Sake zu trinken, Spaß zu haben und die Schönheit der Kirschblüte zu bewundern.

In der traditionellen Literatur und Dichtung kommt die Sakura häufig vor. Da der japanische Kirschbaum keine Früchte trägt, ist die Kirschblüte das einzige Produkt dieser Bäume. Sie fällt in vollendeter Schönheit nach ungefähr zehn Tagen zu Boden und ist vergangen. Im ihrem übertragenen Sinne ist diese Eigenschaft, für nur kurze Zeit für die Schönheit zu leben,  in der Literatur zu einem Beispiel für den würdigen, jungen Tod geworden.

Sumô

April 6th, 2009


Wer kennt sie nicht, die großen Sumô-Kämpfer, die berühmtesten Ringer Japans? Die Ringer im Sumô werden in Japan Sumôtori genannt und wiegen meist, je nach Gewichtsklasse, 110 bis 200 Kilo.

Die Ursprüngliche Bedeutung des Wortes Sumô bedeutet „sich wehren“ und das ist auch Hauptbestandteil des Ringkampfes. Der Sumôtori versucht sich dagegen zu wehren, von seinem Kontrahenten aus dem Ring gestoßen oder zu Boden geworfen zu werden. Wer nämlich aus dem Ring austritt oder mit einem anderen Körperteil als dem Fuß auf dem Boden aufkommt, ist der Verlierer. Meist sind die Kämpfe nicht länger als ein paar Sekunden, ganz anders als beim westlichen Ringen, wo eine Kampfrunde mehrere Minuten dauert. Das macht diese Sportart so spannend und könnte mitunter auch der Grund sein, weshalb ein so großer Anteil der Fans Frauen sind, welche erst seit dem 19. Jahrhundert überhaupt bei Sumôkämpfen zusehen dürfen.

Der Ring ist mit Sand bestreut und hat einen Durchmesser von 4,5 Meter, welcher mit einem Strohseil abgegrenzt ist. Alle Sumôtori tragen traditionelle Haartracht und Kleidung. Aber nicht nur Japaner werden Sumôtori. Seit einigen Jahren erobern vor allem Mongolen, Hawaiianer und Osteuropäer wie Bulgaren, Russen und Esten den Ring. Sogar ein US-Amerikaner wurde einmal Sumô-Weltmeister.

Sushi

März 30th, 2009


Sushi… welcher Japankenner liebt es nicht? Am bekanntesten ist in Deutschland wohl das Kaiten-Zushi. Das sind Sushi-Restaurants, in denen auf einem Laufband die verschiedenen Sushi-Gerichte an einem vorbeirollen und man sich selbst bedienen kann. Häufig gilt hier das All-You-Can-Eat Prinzip, wobei man einen festen Preis zahlt und soviel essen kann wie man möchte.

Die verschiedenen Arten von Sushi lassen einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Da gibt es das Nigiri-Sushi, Ballen von Reis, auf die roher Fisch, Garnelen oder auch Eierstich gelegt ist; Maki-Sushi, die kleinen mit Seetang umhüllten Röllchen, gefüllt mit Reis und Fisch oder Gemüse (hiervon gibt es noch unzählige Unterarten); und natürlich Sashimi, reiner roher Fisch. Mir schmeckt das sogenannte Kappa Maki am besten! Das ist eine Maki-Rolle, die mit Reis und Gurke gefüllt ist. Könnte meine Vorliebe vielleicht auch daran liegen, dass das das günstigste auf jeder Menükarte ist? Sushi ist nämlich nicht nur im Ausland, sonder auch in Japan teuer.

Für alle gilt Sushi als Das Japanische Gericht schlechthin, aber wer hätte es gedacht? Ursprünglich kommt es aus China und am Mekong-Fluss gelegenen ostasiatischen Gebieten!

Ghibli Museum, Tokio

März 23rd, 2009

Studio Ghibli ist wohl das bekannteste Animationsstudio Japans. In aller Welt sind die Filme bekannt, unter vielen anderen vor allem die Klassiker „Nausicaä“, „Mein Nachbar Totoro“, „Prinzessin Mononoke“, „Das wandelnde Schloss“ und „Chihiros Reise ins Zauberland“, die allesamt unter der Leitung des ebenso berühmten Hayao Miyazaki entstanden sind. Das besondere an den Animes aus den Hause Ghibli ist der Gebrauch klassischer Animationstechniken, in die nur sehr selten Computeranimationen eingefügt werden. Dieser Liebe zum Detail verdankt Studio Ghibli ihren wetweiten Erfolg.

Das Ghibli Museum ist komplett dieser Liebe zum Detail gewidmet, selbst das Gebäude könnte aus einem von Miyazakis Filmen stammen. Es steht in Mitaka, einem Vorort von Tokio, auf einem großen Gelände, im „Garten“ und um das Haus herum finden sich einige Charaktere aus Ghibli-Filmen, wie Totoro und der Gigant aus „Das Schloss im Himmel“. Es gibt pro Tag nur eine begrenzte Anzahl von Eintrittskarten, die im Voraus reserviert werden müssen, die Besucher haben meist schon drei bis vier Wochen vor ihrem Besuch im Ghibli Museum ihre Karten bestellt. Im Museum selbst finden sich faszinierende Dinge, wie ein Stockwerk, das ganz dem kreativen Schaffen Hayao Miyazakis gewidmet ist, ein weiteres Stockwerk, in dem die Herstellung eines Ghibli-Films gezeigt wird, ein kleines Kino, in dem allein für das Museum produzierte Anime-Kurzfilme laufen und eine lebensgroße Plüschversion des Katzenbusses aus „Mein Nachbar Totoro“, in dem vor allem Kinder gerne spielen. Natürlich ist auch der Souvenirladen bestens mit Soundtrack CDs, Film DVDs und einer großen Auswahl an Merchandise ausgerüstet.

Wie man an die Eintrittskarten kommt, ist aber ein recht kompliziertes Verfahren. In Japan kann man einen Monat im Voraus in der Supermarktkette Lawson an eigens für den Verkauf dieser Tickets aufgestellten Automaten nachsehen, für welche Uhrzeiten an welchen Tagen noch Besucher zugelassen sind, reservieren und sein Ticket gleich bezahlen. Im Ausland gibt es weltweit verteilte Verkaufsbüros, in Europa allerdings nur in Groß Britannien, Frankreich und Italien. Wer in anderen europäischen Ländern wohnt, kann nur per E-Mail über das Büro in Groß Britannien Tickets bestellen und per Kreditkarte bezahlen. Genaue Informationen dazu stehen auf der offiziellen Ghibli Studio Internetseite.

Wer einmal das Glück hat, eine Reise nach Japan machen zu können, sollte sich das Ghibli Museum auf keinen Fall entgehen lassen.

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Informationen dieses Artikels unverbindlich und ohne Gewähr - Stand: 23.03.2009